Evangelische
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Dienstag, 29. März 2022

Blau und gelb

Ich freue mich sehr an den Frühlingsblüten überall. Im Pfarrgarten ist es immer eine Überraschung, was wo wachsen und blühen wird. Ich bewundere Menschen, die tatsächlich gärtnern. Die sich schon im Herbst überlegen, wie es im Frühling blühen soll. Die Blumenzwiebeln setzen, wenn es draußen schon ungemütlich wird. Und im Frühling an den richtigen Stellen das Laub beiseite rechen und Unkraut jäten, sodass die Pracht sich voll entfaltet.

Blumenzwiebeln und Samenkörner haben es so an sich, dass sie für eine ganze Weile in der dunklen Erde verschwinden und unsichtbar werden, bis sie sichtbar wachsen und gelb oder blau oder ganz anders blühen. In dieser langen Zeit, in der scheinbar nichts passiert, in der kein gärtnerischer Erfolg sichtbar ist, darf man nicht aufzugeben, sondern muss weiter Pflege und Hoffnung und Mühe und Zeit aufzubringen für den Garten. Das ist eine große Herausforderung – ich ziehe meinen Hut vor allen Gärtner*innen, die das schaffen. Und erst recht vor den Menschen in der Ukraine, die auch in diesem Frühjahr Weizen und Sonnenblumen auf den Feldern säen, und ihre Gärten pflegen, mitten im Krieg, ganz auf Hoffnung hin.

Ich glaube, dass wir als Menschen wie Gärtner*innen auf diese Erde gestellt sind. Was wir tun, scheint manchmal erfolglos, hat keine sichtbaren Folgen. Doch vielleicht haben wir dennoch Samen der Güte und des Friedens ausgebracht? Als Gärtner*innen unseres Miteinanders dürfen wir gerade in finsteren Zeiten nicht aufhören, Gutes zu tun und zu vertrauen. Wir müssen weiter Samenkörner des Friedens aussäen, oder Blumenzwiebeln der Güte setzen, oder den Boden der Solidarität pflegen. Auch wenn dann erstmals der Winter kommt und es scheint, als veränderte sich durch unser Tun nichts.

Jesus Christus spricht: Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.

 

So, und jetzt noch was ganz Schnödes zum Schluss: Wenn in Ihrem garten schöne Blumen wachsen – wir freuen uns immer über Blumenspenden für den Altar. Am besten frühzeitig absprechen! Danke!

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