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Donnerstag, 4. Februar 2021

Stimmungsaufheller

Was hat denn so richtig Spaß gemacht 2019 und alle Jahre davor? Es waren Feste, Treffen mit Freunden oder der Familie es waren Feiern, Geburtstagspartys, neue Leute kennenlernen. Abends ausgehen und sich einen schönen Abend mit leckerem Essen im Restaurant gönnen. Es waren die Reisen. Ein Wochenendtrip nach Frankreich, oder die Fernreise nach Amerika. Skiurlaub in den Alpen oder Sommerurlaub auf Kreta. Vieles kann nicht stattfinden. Und falls es doch stattfindet, muss man sich dem Risiko aussetzen sich anzustecken oder selbst das Virus zu verbreiten. Keine guten Vorrausetzungen für einen entspannenden Urlaub. Aber auch Hobbys, Sport, Vereinsarbeit alles kann nicht stattfinden. Und ganz ehrlich, mittlerweile finde ich sogar spazieren gehen einfach nur öde.

Im Frühling, ok, mit den Blüten und der Sonne da war es noch angenehm. Doch mittlerweile kenne ich jeden Baum am Vogelstangsee und bin jeden Feldweg gelaufen : ich habe die Nase voll. Nicht nur weil ich keine Lust mehr habe sondern auch weil es mittlerweile Winter ist. Ich will gar nicht raus. Viel zu kalt, viel zu langweilig. Dabei steht genau das in den ganzen Blogs über seelische Gesundheit im Corona-Lockdown. „Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft. Treiben Sie Sport und genießen die Natur“. Jaja, du mich auch!

Es ist schon wahr, durch Sport fühlt man sich gut. Um das kurz zu konkretisieren: n a c h dem Sport fühlt man sich gut! Währenddessen leidet man. Und ein bis zwei Tage später leidet man auch, unter den Spätfolgen, so called Muskelkater. Aber so die 10-30min direkt nach dem Sport, die fühlen sich echt gut an. Und wenn man einige Wochen regelmäßiges Training durchhält verbessert sich nachhaltig die Stimmung (hat bestimmt mal eine Studie nachgewiesen).

Genau andersrum beim Essen. Ja, Gemüse kann lecker sein. Echt, ich mag Salat auch gern. Aber manchmal hat man eben einfach mega Lust auf Hamburger mit Pommes und Eiscreme mit Brownie Fudge zum Nachtisch. Da fühlt man sich während des Essens richtig gut. Genießt im besten Fall jeden Biss. Lässt sich ein auf die unendlichen Weiten des Schokoladenhimmels und ist zu tiefst erschüttert wenn der Teller nach ein paar Minuten dann leider schon leer ist.

Und dann direkt danach fühlt man sich schlecht. Völlegefühl, ein Stechen in der Brust, Übelkeit. Hat sich dafür das ultra leckere Essen gelohnt? Das muss jeder für sich entscheiden. Tatsache ist jedoch, dass uns ein Regenbogen auf dem Teller langfristig besser fühlen lässt. Und damit mein ich nicht zwei Packungen Skittels, sondern Tomate, Karotte, Mais, Salat, Blaubeeren und Aubergine (Farben der Lebensmittel ergeben einen Regenbogen).

Vitamine und Bewegung frische Luft sind die verlässlichsten Stimmungsaufheller.

Und der Glaube? Die Religion? „Hoffnung für alle“ das ist seit vielen Jahren der Werbeslogan der Bibel. Und ja, klingt gut! Hoffnung, das brauchen wir in dieser Zeit. Hoffnung auf bessere Zeiten. Hoffnung darauf, dass wir gesund aus der Pandemie rauskommen. Hoffnung darauf, dass wir überhaupt wieder aus der Pandemie rauskommen. Aber natürlich auch Hoffnung bzw. Vorfreude darauf unsere Lieben wieder in die Arme schließen, wieder alle Menschen abzuknutschen und sich in großer geselliger Runde treffen zu können.

Ob man diese Hoffnung jetzt in Gott wiederfindet oder in etwas anderem, finde ich nicht so wichtig. Wichtig allein ist nur, dass man hoffnungsvoll bleibt. Positiv bleibt. Gelassen ist. Und das Beste aus der „aktuellen Situation“ macht, so schwer das auch sein mag.

von Livia Menges

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