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Mittwoch, 17. Februar 2021

Wenn alles vorbei ist...

Ein bisschen traurig bin ich schon. Jetzt ist Aschermittwoch und irgendwie fehlt mir doch der Karneval. Auch wenn ich nicht so der passionierte Karnevalist bin, fühlt es sich schräg an, nun an die Fastenzeit zu denken und sich klar zu machen "Am Aschermittwoch ist alles vorbei!". Das Ausgelassensein des Karnevals fehlt mir jetzt doch, um nun im vollen Bewusstsein die Fastenzeit zu begehen.

Und zugleich mischt sich unter dieses diffuse Unbehagen ein Erschrecken darüber, dass es "nur" noch 46 Tage bis Ostern sind. 

Wie aber sich auf eine Zeit noch bewussteren Lebens einstellen, wenn man eigentlich schon in einer Dauerschleife des "bewusst leben" gefangen ist. Die Corona-Zeiten sind für mich Dauerstress, weil ich jeden Tag an meine Endlichkeit erinnert werde. Gerade bin ich eigentlich ziemlich müde davon jeden Tag ganz bewusst zu leben. Und jetzt auch noch die Fastenzeit, die laut der Bibel eine Zeit der Bewährung, Buße und Läuterung ist.

Die Bibel erzählt viele Geschichten, die die Verbindung der Zahl 40 mit Bewährung, Buße und Läuterung erzählen: Die Tage der Sintflut, die Tage von Mose auf dem Gottesberg, die Wandertage Elias zum Horeb, die eingeräumte Frist für die Einwohner Ninives, die Jahre des Aufenthaltes des Volkes Israel in der Wüste und die Tage des Aufenthaltes Jesu, während er versucht wurde. 

Es sind Geschichten, die immer mit der Veränderung der Menschen zu tun haben, mit dem Sich-auf-den-Weg-machen und die schlußendlich einen radikalen Wandel bewirken. Sie erzählen aber auch von dem Mit-Sein Gottes und einem gestärkten Bewusstsein dafür, dass Gott immer für uns da ist. 

Ps 51 erinnert uns daran, warum Bewährung, Buße und Läuterung so wichtig für uns ist. Er ist zugleich der von der Tradition vorgeschlagene Predigttext für den diesjährigen Aschermittwoch. Der Psalm gibt mir für diesen Aschermittwoch und die kommende Fastenzeit den Mut, wach zu bleiben für das Wort, das uns Leben schenkt. Er macht mir Mut, noch weiter durchzuhalten, auch wenn es oft schwer fällt:

Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.

Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde;

denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.

An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.

Siehe, in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen.

Siehe, du liebst Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund. 

Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich weißer werde als Schnee.

10 Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.

11 Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat.

12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.

14 Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.

Und wenn Sie sich jetzt fragen: Hatte der Lehrvikar nicht oben auf die 46 Tage bis Ostern verwiesen?

Kann er nicht richtig zählen?

Oder ist das wieder so ein "Theologentrick", um irgendwie auf das Thema der bedeutungsschwangeren Zahl 40 zu kommen?

Dann kommen Sie doch in den nächsten Tagen wieder auf der Seite vorbei... 

 

 

 

 

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