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Mittwoch, 24. Februar 2021

Perseverance

Der Name ließ mich aufhorchen. Erstens, weil „Beharrlichkeit“ auch ein wichtiges Thema im Glauben ist. In einem Psalmgebet heißt es: „Wer bis an das Ende beharrt, der wird selig.“ Zweitens, weil wir nach einem Jahr Corona noch immer und erst recht Ausdauer und Beharrlichkeit brauchen, bis diese Pandemie überwunden ist. Ob der Name passend zur Pandemiesituation gewählt wurde?

Tatsächlich lässt die Weltraumbehörde NASA die Namen der Marssonden immer von Schulkindern bestimmen. Dazu gibt es in den USA einen Schülerwettbewerb, und der beste Vorschlag wird übernommen. Das war bei den letzten Sonden schon so, sie hießen Curiosity (Neugier), Insight (Einsicht, Verständnis), Opportunity (Möglichkeit) und Spirit (Mentale Kraft).

Von August bis November 2019 konnten Schulkinder dieses Mal ihre Namensvorschläge einreichen, jeweils mit einer kurzen Begründung. Aus 28000 Vorschlägen wurde der siegreiche Name im März 2020 öffentlich ausgezeichnet: Perseverance – Beharrlichkezt, Ausdauer. Das war VOR Corona. Bei der Preisverleihung war die Halle Rappelvoll, niemand trug eine Maske. Der Siebtklässler Alexander Mathers hatte gewonnen und bekam noch von allen Seiten die Hände geschüttelt. Alex schreibt in seinem siegreichen Beitrag:

„Neugier“, „Verständnis“, „Möglichkeit“ und „Mentale Kraft“. Wenn man drüber nachdenkt, sind alle Namen bisheriger Marsrover menschliche Qualitäten. Wir sind immer Neugierig und suchen Möglichkeiten. Wir haben die mentale Kraft und das verständnis, den Mond, den mars und mehr zu erforschen. Aber wenn die Marsrover unsere menschlichen Qualitäten darstellen sollen, dann fehlt bislang das Wichtigste: Die Beharrlichkeit. Wir Menschen sind durch die Evolution zu anpassungsfähigen Wesen geformt, die lernen können, sich auf alle Situationen einzustellen, wie lebensfeindlich sie auch scheinen mögen. Wir sind eine erforschende Spezies. Auf dem Weg zum Mars wird es viele Rückschläge geben. Doch wir können beharrlich dran bleiben. Wir Menschen, nicht als Nation, sondern als Menschheit insgesamt, werden nicht aufgeben. Die Menschheit wird immer beharrlich bleiben und der Zukunft entgegen gehen.

Was der Junge schreibt, galt schon vor Corona. Jetzt, nach einem Jahr mit der Pandemie und allen Veränderungen und Einschränkungen, die sie mit sich bringt, finde ich es ganz besonders wichtig. Wir Menschen sind Durchhalter, Überwinderinnen von Schwierigkeiten. Wir sind forschend und entdeckend und werden Wege finden, gut miteinander zu leben.

Ich finde es tröstlich und ermutigend: Dass da oben am Sternenhimmel auch „Perseverance“ zu finden ist. Beharrlichkeit und Ausdauer. Dass es Kinder gibt, die voller Zuversicht in die Zukunft schauen, über die Grenzen von Nationen hinweg. Und höher als der Himmel und weiter als das All ein guter Gott, der die Kraft zur Ausdauer schenkt und seine Kinder mit Beharrlichkeit segnet. In den Laboren und Büros der Nasa, in den Schulen und lesend vorm Bildschirm.

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