Evangelische
Petrusgemeinde
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Mittwoch, 3. Februar 2021

Danke fürs Praktikum!

Vier Wochen lang hat eine ehemalige Konfirmandin im Pfarramt ein Praktikum gemacht. Einfach so, damit die Zeit nicht so ungenutzt verstreicht, bis das große Auslandsabenteuer beginnt.

Für mich war es eine große Hilfe und Bereicherung. Zusammen geht eben vieles einfacher. Das Abheften der Schulsachen, das ich immer vor mir her schiebe. Briefe eintüten und austragen. Es erleichtert die Arbeit sehr, wenn kleine Rechercheaufträge abgegeben werden können: „Finde doch bitte mal für mich raus, woher der Januar seinen Namen hat!“, „Kannst du mal für mich nachhören, worum es heute bei der Telefonandacht unter 28000111 geht?“

Die Petrusgemeinde ist seit Corona auf Instagram. Einen Post vorzubereiten kostet Zeit und Energie. Teils war die Praktikantin für mich am Werk (herrlich!), teils hatte ich wieder die nötigen Ressourcen, weil die Praktikantin anderes übernommen hatte. Die Schaukästen zum Beispiel! Eine Idee zur Gestaltung entwickeln, alles basteln und/oder ausdrucken, einmal um den Block laufen und es in den drei Schaukästen der Gemeinde aufhängen. Das ist schon mal leicht ein ganzer Vormittag weg. Den Eulenkasten ertüchtigen und mit dem NABU beraten, was wir noch für den Artenschutz tun können – das stand jetzt über ein Jahr nur auf der to-do-Liste. Dank Praktikantin ist ein Häkchen dran.

„Wäre es nicht für diese Gemeinde auch sinnvoll, eine FSJ-Stelle anzubieten?“, wurde ich gefragt: „Hier gibt es doch genug zu tun, auch Sachen, die Spaß machen!“ Und jetzt bekomme ich fast Lust, nochmal gründlich die Finanzen durchzuforsten. Ob da noch irgendwo 9000 Euro im Jahr locker zu machen wären… Realistisch ist das eher nicht. Unsere Gemeinde ist klein, der Sparzwang enorm. Vielleicht spricht es sich ja wenigstens rum, das man hier gut ein Praktikum machen kann. Oder vielleicht übernehmen andere Menschen einige von den Aufgaben, die mich während des Praktikums so entlastet haben. Darum kann ich bald in hoffentlich großer Runde fragen, denn die Planung eines online-Mitarbeiter-Festes war noch so ein Meilenstein, der gemeinsam erreicht wurde.

Ein Thema war für die Praktikantin besonders wichtig diesen Monat. Wie Menschen trotz Corona seelisch gesund bleiben. Und wie Kirche das unterstützen kann. Darüber ergab sich das Gespräch nach dem Glücklichsein. Ich fragte also: „Ist Glücklichsein für dich der Sinn des Lebens?“ „Was denn sonst?“ „Na ja, Jesus nachfolgen?“ „Findest du also, man muss leiden und sich Glück bewusst versagen? Wie in dem Roman Chocolat?“ Das wehrte ich entschieden ab. Ich finde es super, lebensfroh und glücklich zu sein. Und geradezu himmlisch, wenn lebensfrohe, glückliche Menschen ein freiwilliges Praktikum machen und mir mehr Grund geben zur Lebensfreude und zum einfach glücklich und dankbar sein.

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