Evangelische
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Montag, 8. November 2021

Die vierte Welle

Es sind jetzt so viele Menschen infiziert, dass spätestens in ein, zwei Wochen die Krankenhäuser an Belegungsgrenzen kommen. Nicht überall im Land, aber vielerorts. Schon jetzt wäre ja in den Kliniken mehr zu tun als da Hände sind, um es zu tun. Da fehlen Leute, die sich auskennen, die von Herzen helfen wollen und gelernt haben, wie das geht. Und das bedeutet für diejenigen, die da sind: Doppelte, ach was sag ich, x-fache Belastung.

Ich habe in meinem Leben schon ziemlich viele Menschen kennen gelernt, die einen medizinischen Beruf gewählt haben (und da zähle ich Pflegende in Krankenhäusern aber so was von mit dazu!). Bei allen war der Grund für die Berufswahl: Etwas Sinnvolles machen, anderen helfen, etwas gegen Krankheiten und Leid tun.

Wenn diese vierte Welle nicht möglichst sofort, möglichst mit einer Vollbremsung gestoppt wird (ja, das heißt dann eben nochmal in den Lockdown), dann bedeutet es auch, dass diese wunderbaren Menschen, die sich (auch) aus Nächstenliebe einen medizinischen Beruf ausgesucht haben, selber erheblich leiden und krank werden. Weil sie nur noch Mangel verwalten und nicht sinnvoll handeln können. Weil Pausen fehlen und viele andere Ressourcen: Eingespielte Teams. Erfolgserlebnisse. Ausgleichende Freizeitaktivitäten. Anerkennung. Und obwohl sie so gerne auch denen helfen würden, die aufgrund von Vorerkrankungen, Armut, Alter oder einfach Pech einen besonders schweren Verlauf zeigen, können sie es dann nicht.

Die vierte Welle ist da und ich bin wütend. Und ängstlich. Und in meinem Vertrauen erschüttert. Und genervt. Und zeichne mit dem Kugelschreiber dicke Fragezeichen hinter alle geplanten Veranstaltungen in der Gemeinde. Schon ab sofort. Morgen berufe ich das Corona-Krisenteam der Gemeinde wieder ein. Die vierte Welle ist da.

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