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Samstag, 30. Januar 2021

Auf der Suche nach Verlorenem

Ich merke seit einigen Tagen, dass mir etwas dringend fehlt. Es ist das Lachen. 

Es ist mir unmerklich abhanden gekommen. Die Freude am Leben ist zwar immer noch da und sie ist ein Motor jeden Morgen aufzustehen. Aber das Lachen mit anderen, sich vom Lachen anstecken zu lassen, das fehlt mir. 

Ich erzählte (m)einer guten Freundin von dieser Einsicht.

Kein Problem, sagte sie. Setz dich ins Auto oder geh in einen kleinen Raum, wo dich niemand sieht und hört und lache drauf los! Das hilft und ist ganz einfach. 

Haben Sie sich schon mal ins Auto gesetzt und herzlich losgelacht?

Ich habe also getan, wie es mir meine Freundin geraten hatte. Völlig euphorisiert von diesem einfachen Rezept, bin ich sofort ins Auto gestiegen. Nach ein paar kläglichen Versuchen habe ich die Frage, was ich hier eigentlich mache, beiseite gewischt und dann ging es auch ganz gut. 

Ich saß in meinem Auto und schüttelte mich vor Lachen. Und plötzlich klopfte es an die Scheibe. Oh weh... den Rat - wo dich niemand sieht und hört - hatte ich irgendwie aus meinem Gedächtnis gestrichen. Ich habe mir nichts dringlicher als ein Loch zum Verschwinden gewünscht. Die Nachbarin fragte mit ernsthafter Miene, ob alles bei mir ok sei… Seitdem macht sie einen großen Bogen um mich herum, wenn sie mich auf der Straße sieht.

Gut, habe ich gedacht. Blöde Idee. Hab den Rat - wo dich niemand sieht und hört - nicht genug beherzigt. Also raus aus dem Auto und rein in die Wohnung.  Gerade keiner zuhause…  also den nächsten Versuch starten, um ein wenig Glück zu verspüren. Rein ins kleine Bad und ohne großen Anlauf losgelacht. Das tat wirklich gut. Da öffnet sich plötzlich die Tür. Zwei vorwurfsvolle Augen sahen mich an. 

Unsere alarmierte Katze  schaute mich völlig fassungslos an. Nach dem Motto: Du hier? Alles gut bei dir? Jetzt musste ich umso befreiter loslachen. 

Meine leicht verzweifelten Versuche das scheinbar Verlorene wieder zu finden, ergaben plötzlich einen Sinn. Und das obwohl ich mich völlig zum Affen gemacht habe.

Unwillkürlich musste ich an Charlie Chaplin denken. Er sagte: „Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag“.

Ich wünsche Ihnen, dass sie jeden Tag etwas finden können, dass sie zum Lachen bringt. Und vielleicht haben Sie ja auch gerade ein wenig lachen oder schmunzeln müssen, dann ist zumindest dieser Tag nicht verloren.

von Marcus Held

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