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Samstag, 9. April 2022

Der Erzähler

Ich bin der zwölfte. Oder der elfte, kommt drauf an, ob du Gott mitzählst. Kommt auch immer auf den Text an. In Lukas 23, 32-49 gibt es 11 handelnde Personen(gruppen).

Zwei Übeltäter, Jesus, diejenigen, die diese kreuzigten, Gott, das Volk, die Oberen, die Soldaten, der Hauptmann, alle Bekannten von Jesus, die Frauen. Und mich. Allgemein und genauer gesagt: Ich bin n plus eins. Ich werde selten mitgezählt aber ich bin da.

Die Kinder kennen mich und wissen, dass ich auch eine Person bin, ein jemand. Auf den Benjamin Blümchen-Kassetten gebe ich mich zu erkennen. Zittere mit, lenke den Blick hinüber zu Otto, schaue mich nach Hilfe um, wenn es brenzlig wird und kann schon erzählen, dass es gut wird, bevor es gut wird. Weil ich der Erzähler bin. Und weil Benjamin Blümchen immer gut ausgeht.

Die Sache mit Jesus, ja, die geht auch gut aus, irgendwie. Aber auch irgendwie nicht. Das ist nichts, was ich erzählen kann, ob sie gut ausgeht oder schlecht. Das entscheidet ihr im Glauben. Mich verunsichert das. Ich bin im Text verborgen, und du bist es auch, für mich. Bist du es, mein geliebter Theophilus? Oder bist du auch nur da, um zu lästern?

Mein Stolz: Dass ich alles, was damals war, den ganzen Wirbelwind der Erlebnisse und Emotionen, geordnet zu Papier gebracht habe.

Meine Angst: Dass es nicht gut genug ist, um dich zu erreichen. Dass du lachst über mich und über meine Geschichte. Dass ich hilflos bin, und doch nicht der Worte König, für den ich mich gern halten mag.

Meine Hoffnung: Dass Gott mir vergibt, wenn ich nicht weiß, was ich tu.

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