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Sonntag, 21. Februar 2021

Psalm 91

Aus Psalm 91

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,

der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. (…)

Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,

dass du nicht erschrecken musst (…) vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.

Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite, (…)so wird es doch dich nicht treffen. (…)

Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen…   

Einmal führte der Teufel Jesus mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11-12): »Er wird seinen Engeln für dich Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.« 

Jesus wird vom Teufel geführt. Das ist für mich die Schlagzeile der Versuchungsgeschichte. Müsste nicht wenigstens Jesus davon verschont bleiben? Leben können ohne Versuchungen, Anfechtungen, Krankheiten, Gefahren, Feindschaften? So ist es nicht. Selbst Jesus wird manchmal vom Teufel geführt. Davor bewahrt der Glaube an Gott nicht. Das ist eine schwere Lektion über den Glauben: Gott ist nicht dazu da, unsere Probleme zu lösen oder uns vor der bösen Welt da draußen zu bewahren. Eine enge Beziehung mit Gott, so wie Jesus sie hatte, ändert nichts daran, dass man sich mit der Welt auseinandersetzen muss. Mit der Welt so wie sie eben ist.

Die „Zuflucht“ unter dem Schirm des Höchsten ist kein äußerlich sichtbarer Ort. Und es ist damit auch nicht gemeint, Augen und Ohren auszuschalten und sich innerlich ganz weit weg zu träumen. Jesus hat die Augen bis zum Schluss offen behalten, die Menschen neben ihm am Kreuz gesehen und beachtet.

Ich lese Psalm 91 nicht als Garantie, dass Gott mich vor Corona schützen wird. Wenn es heißt: „…dass du nicht erschrecken musst vor der Pest, vor der Seuche. Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.“ Dann bedeutet dies für mich: Allen diesen Schreckensbilder und Nachrichten zum Trotz darf ich und kann ich an meinem Vertrauen auf Gott festhalten. Trotz allem, was mir vielleicht ein Teufelchen einflüstert. Den Todeszahlen zum Trotz und meinen eigenen Krankheiten zum Trotz kann ich weiterhin so auf die Welt schauen, so in der Welt handeln, als ob ein gütiger Gott seinen Flügel über mich hält. Denn so ist es auch. Es kommt nicht darauf an, ob ich es merke. Das sagt nur der Teufel: „Probiere doch mal aus, ob es stimmt, und stürz dich von der Zinne!“

 

 

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