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Sonntag, 31. Januar 2021

Leben ohne Herz?

Gestern vor 73 Jahren wurde Mahatma Gandhi erschossen. Ghandi war bis zum Ende seines Lebens überzeugt, dass es möglich ist, einen Gegner „umzudrehen". Der "Gegner" sollte als Verbündeter und Freund für die eigene Sache gewonnen werden. Diese Strategie gründet sich auf der Idee, dass der Appell an Herz und Gewissen des Gegners effektiver ist als ein Appell, der sich auf Drohungen oder Gewalt stützt.  Die Ursache für Gewalt liegt in den Augen Ghandis aber in den 7 Todsünden der modernen Gesellschaft. Sie sind die  „sieben groben Fehler, die die menschliche Gesellschaft begeht". Die 7 Sünden sind:

  1. Politik ohne Prinzipien
  2. Reichtum ohne Arbeit
  3. Genuss ohne Gewissen
  4. Wissen ohne Charakter
  5. Geschäft ohne Moral
  6. Wissenschaft ohne Menschlichkeit
  7. Religion ohne Opfer.

Gandhi nimmt die alte Rede von den sieben Todsünden auf. Er überträgt sie in den Bereich des sozialen Lebens. Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Religion und Recht werden zur Sünde, wenn sie den Bezug zum Menschen verlieren. Ghandis Gegengift ist: Wir sollen für die Menschen und ihr Miteinander da sein. 

Ich möchte dieser Liste noch etwas hinzufügen. Aus meiner Sicht beruhen die 7 Sünden der modernen Gesellschaft auf einem Leben ohne Herz. 

Das Leben ohne Herz streicht alle Möglichkeiten der Verantwortungsübernahme durch. Das Leben ist nicht mehr Liebe und Güte das Mit- und Zueinander beherrscht. Das ursprüngliche friedliche Miteinander wird zum bedrohlich-gewaltätigen Gegeneinander. 

Die Jahreslosung wiederum gibt uns ein Prinzip an die Hand, um gegen ein Leben ohne Herz und seine Folgeerscheinungen vorzugehen. Die  Barmherzigkeit:

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

Die Barmherzigkeit schützt uns davor jenen 7 Sünden der modernen Gesellschaft sang und klanglos anheim zu fallen. Sie ist die Praxis der Liebe und Güte. Sie kann zwar nicht alle Todsünden mit einem mal wegwischen, aber sie zu beherzigen, um

  1. der Politik ohne Prinzipien,
  2. dem Reichtum ohne Arbeit,
  3. dem Genuss ohne Gewissen,
  4. dem Wissen ohne Charakter,
  5. dem Geschäft ohne Moral,
  6. der Wissenschaft ohne Menschlichkeit
  7. und der Religion ohne Opfer

etwas entgegen zu setzen, kann ein erster Schritt in eine Welt ohne Gewalt - aber mit Gott - zu sein.

Ein Leben mit Herz verlangt manchmal viel ab, machen wir uns da keine Illusionen. Aber es ist sicherlich ein starkes Prinzip, um der Gewalt und der Sinnlosigkeit zu wehren. Sie vermag es die Welt zu einem Ort werden zu lassen, wo im Kleinen manchmal große Wunder des Mit- und Füreinanders geschehen können. 

Ghandi hat wohl recht, wenn er sagt:  "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."

 

Ich wünsche Ihnen lhnen, jeden Tag ein erfülltes Leben mit Herz, dessen Bedürfnisse gestillt werden können, um aus der Fülle des Lebens zu schöpfen.  Ich wünsche Ihnen ein Verbündeter und Freund ihres eigenen Lebens zu sein - auch in diesen schweren Zeiten. Seien Sie barmherzig mit sich und anderen.

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